Retriever Ausgabe 85 Dezember 2015 - page 36-37

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Dezember 2015
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Samstag, 22. August – JBP/R mit Schweiß
Strahlender Sonnenschein, perfektes Alt-
ausseer Wetter und die Frage „ Warum noch-
mals?“
Schon ein Jahr zuvor, im selben Revier, hat-
ten meine Labradorhündin Call Me Mirabelle
of Styrian Watergirl „Mirli“ und ich sowohl die
JBP/R (Jagdliche Brauchbarkeitsprüfung für
Retriever) ohne Schweiß mit 179 Punkten als
auch die BLP (Bringleistungsprüfung) mit 209
Punkten an einem Wochenende bestanden.
fächern Ablegen mit Schuss und Leinen-
führigkeit.
Mit der Genauigkeit der Freifolge
hatten wir schon immer unsere Probleme,
meine Mirli und ich. Das ahndete Dr. Peter
Heinermann gleich mit einem Punkt weniger.
Zur Auflockerung durfte Mirli danach das
Marking mit Fasan
arbeiten. Von der
Freiverlorensuche – bei der JBP/R wird ein
Stück Wild auf 30 mal 30 m ausgelegt – ka-
men einige Gespanne enttäuscht zurück und
beendeten ihre Prüfung. Dementsprechend
nervös setzte meine Mirli mit „such-such“ an
und merkte schnell, dass sie sich immer wie-
der in dem Graben verlor und nichts fand.
Das Revier Altaussee Sandling ist für einen
Flachland-Labrador, der sich üblicherweise
in Donauauen aufhält, natürlich eine Heraus-
forderung. So entschied ich mich sie zu stop-
pen – das war übrigens, das einzige Mal, dass
ich pfiff – um sie über den steilen Graben zu
schicken und dort weiter suchen zu lassen.
Herzklopfen!! Sekunden werden zur Ewig-
keit; dann kam meine Mirli stolz mit dem
Hasen – und das unter 5 Minuten. Wir beka-
men also die Urteilsziffer 4, die notwendig
ist, um im Einserpreis zu bleiben. Nach der
Wasserübung
„Bringen aus tiefem Wasser“,
die einiges Können voraussetzte, da der
Teich wegen der Trockenheit ausgetrocknet
und schlammig war, mussten wir nur noch
die
Schweißfährte
bestehen, wieder mit Se-
bastian Hochreiter. Wir hatten ausreichend
Da unsere jagdlichen Prüfungen im ÖRC
bei weitem kein Zuckerschlecken sind und
auch in den Nachbarländer hochgeschätzt
werden
, wollten wir bereits 2014 unsere
zuchttaugliche Hündin auf ihre jagdlichen
Anlagen prüfen lassen.
Die Erfolge und die Freude an der jagd-
lichen Arbeit mit meiner Hündin hatten mich
danach voll erwischt.
Jetzt, ein Jahr später, wiederholten wir die
JBP/R, diesmal mit Schweiß.
In vertrauter und sehr um uns bemühter
Umgebung der Altausseer Schießstätte, mit
Sebastian Hochreiter als Prüfungsleiter und
Peter Isopp als dessen Stellvertreter, begann
die JBP/R nach Auslosung der Startnum-
mern und Chipauslese mit dem berüchtigten
Standtreiben.
Danach wurde in Gruppen geteilt und unse-
re erste Station war die
Federwildschleppe
mit Fasan
, ca. 150 Schritte. Mira startete und
brachte kurze Zeit später den Fasan.
Station 2:
Waldarbeit – Haarwildschleppe
,
ca. 200 Schritte. Gefolgt von Toni Salzmann,
mit den Händen ringend, bringt mir Mirli den
Hasen. „Um Gottes Willen“ dachte ich. Mit
„Alles in Ordnung, gute Arbeit“ erlöste mich
Toni. Auch hier die volle Punktezahl.
Unter den strengen Augen von Dr. Peter
Heinermann ging‘s zu den
Unterordnungs-
trainiert, trotzdem war ich sehr aufgeregt.
Einmal wurden wir korrigiert. Ich musste den
Hund neu ansetzen und während ich noch
über die richtige Spur nachdachte, brachte
mir mein Hund schon das gefundene Stück.
Unsere Prüfung hatte, mit Mittagspause,
bis 16 Uhr gedauert!
Nachdem die Reviergeber Heidi und Fritz
Kleesdorfer, die an dem Wochenende „aus
der Pension zurückgekehrt waren“, um Ur-
lauber Georg Ranfl zu vertreten, die Auswer-
tungen fertig hatten, stand es fest:
1A Preis mit 211 von 216 Punkten für meine
Mirli und mich! Sebastian Hochreiter bedau-
erte in seiner Ansprache, dass von 13 Star-
tern nur 7 bestanden hatten.
Zum Schluss gab es für die erfolgreichen Teil-
nehmer noch sehr schöne Preise der Firmen
Alpjagd und Balistol.
Sonntag, 23. August – BLP
Die Prüfungsfächer der Bringleistungsprü-
fung sind schwieriger gestaltet: Längere
Schleppen, größeres Gebiet der Freiverlo-
rensuche, Doppelmarkierung etc., trotzdem
bestanden ebenfalls 7 von 12 Startern.
Wir bestanden im 2A Preis mit 237 von 244
Punkten. Wieder hatte uns die Leinenführig-
keit erwischt, außerdem ahndete Dr. Peter
Heinermann mein Straucheln über eine Wur-
zel und das Ausweichen meiner Mirli.
Am Ende des Tages merkte man Mira die
Anstrengung der beiden Tage an;
im
Schlamm des Teiches verlor sie kurz die Ente.
Bei der Urkundenverteilung verabschiedete
mich Fritz Kleesdorfer augenzwinkernd: “Ste-
fan, das nächste Mal seh´ ich dich da aber nur
mit Jagdschein!“
Die Wiederholung der Jagdprüfung hatte
uns bestätigt;
Mira ist eine ferme Jagdhün-
din. Jetzt liegt‘s an uns. Meine Gattin und ich
drücken die Jägerschulbank und hoffen bald
als ferme Jäger ein gutes Gespann mit un-
serer Mirli zu bilden.
Mein Resümee, das ich gerne allen Jagdprü-
fungsneulingen ans Herz legen möchte:
Jagdliche Prüfungen des ÖRC stellen hohe
Anforderungen an Können und Ausdauer
der Gespanne
; gilt es doch, verteilt über den
ganzen Tag, acht bzw. neun anspruchsvolle
Prüfungsfächer zu bestehen. Sie sind aber
auch etwas Besonderes – und
ein großer
Schritt zum anerkannten, zuverlässigen,
apportierenden Jagdhund.
Zum Schluss möchte ich mich bei allen Rich-
tern für das faire Richten in einer sehr an-
genehmen freundschaftlichen Atmosphäre
bedanken.
Stefan Gaal
B
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Glückliche Gesichter bei allen Beteiligten
Mira hat bewiesen, dass sie es kann –
jetzt sind wir gefordert den Jagdschein zu machen
AlleFotos:RenateGaal
Jagdliche Prüfungen
Jagd
Jagd
im Eigenjagd-Revier Sandling/Altaussee
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