Retriever Ausgabe 85 Dezember 2015 - page 38-39

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Am 19. und 20. September war der Österrei-
chische Retriever Club zu Gast im Revier der
Genossenschaftsjagd Höhnhart, um die VGP
und BLP abzuhalten.
I
ch war für diese Prüfung als Prüfungslei-
terin tätig,
was ich imHinblick auf das Revier
und das geniale Team an Helfern, das mich
dort stets unterstützt, sehr gerne machte.
Meine Richterkollegen an diesem Wochen-
ende waren Mf Dr. Robert Kaserer, Herbert
Kaserer, Mf Barbara Bachleitner, Georg Ranftl
und unser Gastrichter aus dem Vorstehhun-
delager, Sigfried Kreil.
einer ruhigen und, auf vollstem Vertrauen
basierenden, Sicherheit hinter seinem Part-
ner am Riemen.
Wohlverdient hat dieses
Gespann, auf meinen Vorschlag hin, den
ÖRC bei der ÖJGV Verbandsschweißprü-
fung erfolgreich vertreten. Meine herz-
liche Gratulation dazu!
(Siehe Beitrag S. 30)
Alle sechs Hunde, die zur Schweißfährte
angetreten waren, kamen zum Stück,
und
so konnten wir die Fächer in Feld und Wald
in Angriff nehmen. Leider verloren wir hier
noch einige der Teams, und so war dann
nur noch eine bescheidene Gruppe für die
Wasserarbeit übrig.
Wir hatten bei dieser
Prüfung die Möglichkeit, an zwei ver-
schiedenen Gewässern zu arbeiten
, was
bedeutete, dass wir für das letzte Fach, die
Schwimmspur, ein völlig unberührtesWasser
zur Verfügung hatten. Letztendlich kamen
noch drei Gespanne bis zur Arbeit hinter der
lebenden Ente. Dieses Fach ist für alle Be-
teiligten stets eine Herausforderung, da der
Verlauf nicht kalkulierbar ist. Wir haben viele
Kilometer auf uns genommen, um Enten für
die Prüfung zu finden, die amWasser ein ent-
sprechendes Fluchtverhalten zeigen.
Am Ende des Tages gab es zwei Gespanne,
die alle Fächer positiv absolviert hatten.
Freude für die zwei auf der einen Seite,
aber als Richter und Prüfungsleiter macht
man sich auf der anderen Seite natürlich
Gedanken zu dem Ergebnis.
Die geringe Quote der Hunde, die beste-
hen
, beschäftigt uns in jeder Leistungsrich-
Wir haben uns sehr gefreut, an diesem
Wochenende 21 Hunde und Hundeführer
aus ganz Österreich im Innviertel begrü-
ßen zu dürfen.
Wie immer fanden wir in Höhnhart perfekte
Revierbedingungen vor und auch Petrus war
uns gnädig. Wir hatten an beiden Tagen tro-
ckenes, aber nicht zu warmes Wetter.
Um einen reibungslosen Ablauf zu gewähr-
leisten, wurde bereits in den Tagen vor der
Prüfung das Revier begutachtet, die Plätze
für die jeweiligen Prüfungsfächer festgelegt
und ein Ablaufplan erstellt, damit dann alle
zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort
waren, um lange Wartezeiten zu vermeiden.
Nachdem am Tag vor der Prüfung die
Enten für die Schwimmspur geholt und die
Schweißfährten gelegt waren, konnte das
Prüfungswochenende beginnen.
Am 19.9. starteten wir mit sieben Hunden
die VGP.
Aufgrund der Meldezahl schlugen
wir vor, die Prüfung an einem Tag durchzu-
ziehen, was von allen Teilnehmern einstim-
mig angenommen wurde.
So begannen wir nach der Begrüßung tra-
ditionell mit dem Standtreiben im Wald und
teilten die Teilnehmer anschließend in zwei
Gruppen für die Schweißarbeit.
Ich durfte Richter bei einem herausragenden
Gespann sein, das wohl eine der schönsten
Arbeiten des Tages zeigte.
Selten habe ich
so ein eingespieltes Team auf der Fähr-
te gesehen.
Fährtentreu und -sicher vom
Beginn bis zum Stück. Der Hundeführer mit
terbesprechung, denn wir werden natürlich
auch von mehreren Seiten damit konfron-
tiert. Die Schuld wird oftmals den „viel zu
harten“ Leistungsrichtern gegeben und der
Tatsache, dass wir eine sehr strenge Prü-
fungsordnung, speziell was das Bringen an-
belangt, haben, wo es „nicht viel“ braucht,
um durchzufallen.
Ich möchte gerne ein paar Worte dazu sa-
gen:
Unsere Rasse ist der Spezialist für das
saubere und zügige Apportieren von ge-
schossenem Wild und zeichnet sich durch
seine Ruhe am Stand aus. De facto verlieren
wir bei Prüfungen leider die meisten Hunde
aber genau aus diesen Gründen.
Für einen Retriever, der zu einer Bring-
leistungsprüfung bzw. Vollgebrauchsprü-
fung antritt, sollte die Standruhe, unver-
zügliches Aufnehmen von Wild, zügiges
Zurückbringen ohne zu tauschen und eine
saubere Abgabe in die Hand selbstver-
ständlich sein.
Leider werden genau diese Basics im Trai-
ning oftmals vernachlässigt. So ist man als
Leistungsrichter dann in der unangenehmen
Situation, Arbeiten als ungenügend bewer-
ten zu müssen, wenn das Stück abgelegt
wird, der Hund nicht selbständig aufnimmt,
tauscht oder zu viele Kommandos benötigt,
um zum Hundeführer zu kommen. Es geht
nicht darum, dass wir Leistungsrichter des
ÖRC kommandozählende Paragraphenreiter
sind oder sein wollen, wegen denen man
dann durchfällt, nur weil man zweimal „Hier“
gesagt und einmal geklatscht hat, sondern
darum, dass unsere Hunde bei einer Bring-
leistungsprüfung, die ja als zuchtzulassende
Prüfung gilt, auch eine entsprechende Bring-
leistung zeigen sollen, denn
dadurch wollen
wir uns ja eigentlich von anderen Jagd-
hunderassen abheben.
Dass unser Bestreben in diese Richtung
bereits beginnt Früchte zu tragen, zeigte
uns der Sonntag, als 14 Hunde zur BLP an-
traten und zehn davon bestehen konnten.
Wiederum begannen wir den Tag mit dem
Standtreiben. Ein Trieb für alle 14 Hunde –
und – wir haben keinen einzigen Hund in
diesem Fach verloren!
Nach dem Treiben teilten wir die Gespanne
in drei Gruppen. Eine fuhr geschlossen ans
Wasser und die zwei anderen blieben im
selben Gelände, was uns sehr viel an Zeit er-
sparte. Ich darf an dieser Stelle sagen, dass
ich von der Bringleistung der Hunde amWas-
ser begeistert war. Alle Hunde, die zu mir ans
Wasser kamen, haben sicher und sauber in
die Hand apportiert. Ich hoffe, dieser Trend
setzt sich weiterhin fort! Von meinen Richter-
kollegen hörte ich ebenfalls nur Positives von
den gezeigten Leistungen in Feld undWald.
Unser Revierführer, Manfred Pointner,
brachte mir eine Gruppe nach der anderen
geschlossen ans Wasser und die fertig gear-
beitete Gruppe retour ins Prüfungsgelände,
wodurch kaum Wartezeiten entstanden. Der
Transfer hat bestens geklappt!
Dank der guten Hundearbeiten, der Disziplin
der Teilnehmer, der Reviergegebenheiten,
der unermüdlichen Richterkollegen, die flott
in steilem Gelände einige Kilometer Schlep-
pen gezogen haben und Georg und Yvonne,
die die Auswertung in Rekordzeit fertig hat-
ten, konnte die Preisverleihung um ca. 16 Uhr
stattfinden.
Herzliche Gratulation an die Gewinner
der VGP und BLP, und an alle, die die Prü-
fungen erfolgreich abgelegt haben! Den-
jenigen, bei denen es diesmal nicht ge-
klappt hat, wünsche ich viel Erfolg bei der
nächsten Prüfung!
Neben meinen Richterkollegen, die an die-
semWochenende vollen Einsatz gezeigt und
fair gerichtet haben, möchte ich mich gerne
an dieser Stelle bei einigen Menschen per-
sönlich danken:
Zuerst der Genossenschaftsjagd Höhnhart
mit Jagdleiter Martin Erhard. Martin hat uns
dieses tolle Revier nicht zum ersten Mal für
eine Prüfung zur Verfügung gestellt und ich
bin ihm sehr dankbar für sein Engagement
und Verständnis für die Jagdhundearbeit.
Dann gibt es ein paar Personen, die nicht nur
das Wochenende geopfert haben, um für
uns und unsere Hunde als Revierführer oder
Helfer zu fungieren, sondern mir schon in
den Tagen und Wochen vor der Prüfung bei
der Organisation und den Vorbereitung viel
Arbeit abgenommen haben. Ein großer Dank
geht daher an Ingrid und Manfred Pointner,
in deren Revier auch ein Großteil der Prüfung
stattfand und an Anna Gatterbauer, die im-
mer da ist, wenn man sie braucht.
Last but not least ein Dank an die Familie
Gramiller, die uns das ganze Wochenende
bestens verköstigt hat und deren Teich wir
für die Prüfung benutzen durften.
Das Lob, das ich von vielen Teilnehmern
für die Prüfung bekommen habe, gebe ich
sehr gerne an all diese Leute weiter! Allei-
ne, ohne sie, wäre es in dieser Form nicht
möglich gewesen!
Weidmannsdank! Sonja Lamprecht
Jagdleiter Martin Erhard der Genossenschaftsjagd Höhnhart begrüßt die Hundeführer
Perfekt organisiert von Ingrid Pointner
Kaylen kann´s: Saubere Abgabe in die Hand
Foto: IngridPointner
Foto:RuthHochstätter
Foto: IngridPointner
Vor der Vollgebrauchs Prüfung: Teilnehmer, Richter und Verantwortliche
BLP und VGP im Innviertel
Jagd
Jagd
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