Retriever Ausgabe 85 Dezember 2015 - page 68-69

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LGWien
LGWien
Enzo hattte viel Spass auf seinem ersten Workingtest
Mein erster Workingtest
aus der Sicht eines Labrador Retrievers
Ich darf mich kurz vorstellen: Mein Rufname
ist ENZO, ich bin 20 Monate jung, schwarz,
männlich und lebe bei meinem Chef (Wer
hat das schon?!).
Kurz zu unserer Vorgeschichte:
Ohne mich
viel zu fragen hat mein Chef scheinbar schon
sehr zeitig dieWeichen für unsere gemeinsame
Zukunft gestellt. Er hat damit genau meinen
Geschmack getroffen. Als ich ca. Ein halbes
Jahr alt war, hat er begonnen mit mir intensiv
im Dummybereich zu trainieren. Anfangs war
das„grüne Ding“ einfach lustig zu tragen, doch
mit der Zeit habe ich den Sinn darin entdeckt
und versuche immer schneller das Dummy zu
meinem Chef zu bringen. Eigentlich ist Chef
nicht die richtige Bezeichnung, er möchte auch
nicht so genannt werden, er ist für mich viel-
mehr Freund, Spielpartner, aber auch unser
Teamkapitän bei der Arbeit.
Aber jetzt genug mit den Vorgeschichten,
mein großer Tag kam immer näher. Noch vor
dem Sommer merkte ich beim Teamkapitän
eine leichte Anspannung, es war die Anmel-
dung zu meinem ersten Working Test in
Karlstift. Da ich auch in dieser Angelegenheit
nicht gefragt wurde, wie bei so vielen ande-
ren Sachen, habe ich auch nichts mitbekom-
men. Die Tage bis zum WT-Karlstift verliefen
für mich relativ normal, auch das Packen der
Reisetasche war nichts Außergewöhnliches.
Am Samstag in der Früh machten wir ge-
meinsam mit meinem Rudelfreund Caspar
noch eine schöne große Morgenrunde, und
dann gab es KEIN Futter! Hallo, was soll das?
Stattdessen hieß es, ab ins Auto! Nach kurzer
Reise waren wir schon angekommen und ich
fand eine tolleWiese und viele andere Hunde
vor. Na gut, wir gehen auf ein Training. Doch
es lag etwas Seltsames in der Luft. Die ande-
ren Hunde wirkten irgendwie angespannt
und dadurch wurde ich auch etwas aufge-
regter. Es wurden immer mehr Menschen
und Hunde, dann gingen wir endlich in einer
Gruppe Richtung Wald. Auch dort standen
viele Menschen und Hunde in der Gegend.
Sind die alle wegen mir da?
Plötzlich gingen nur noch wir beide weiter
in den Wald und nach kurzer Zeit folgte
auch schon ein Schuss. Mein Startsignal
fürs „Arbeiten“.
Schon flog auch das Dum-
my durch die Luft. Alles klar – nur noch auf
den Startbefehl warten. Doch der kam nicht!
Stattdessen folgte direkt neben mir ein„Mak,
Mak, Mak“ und ein zweites Dummy flog. Uff,
jetzt wird es viel und die Spannung stieg ins
Unermessliche. Plötzlich bekam ich das Sig-
nal „sitzen zu bleiben“! Mein Teamkapitän
ging in Richtung des zweiten Dummys und
ich musste meiner unendlichen Aufregung –
mit zwei wirklich kleinen Lauten – Luft ma-
chen. Ups, wohl nicht so gut, aber dann kam
mein Auftritt und ich durfte das andere, noch
draußen liegende, Dummy holen. Durch
mein wiederholtes Training hatte ich kein
Problem mir die erste Fallstelle zu merken,
also fand ich das Dummy auch gleich und
brachte es sofort und direkt zurück.
Mir hat es sehr viel Spaß gemacht und wir
gingen gleich zur nächsten Übung.
Doch
da ging es vieeeeeel ruhiger zu. Zuerst muss-
te ich einige Zeit Fuß gehen, dann folgte wie-
der ein Schuss und ein Dummy ins hohe Gras.
Aufgeregt und angespannt wie ich war, ver-
lief ich mich etwas im hohen Gras. Mit etwas
Hilfe habe ich auch dieses Dummy zurück ge-
bracht. Nach der Übung hatte mein Teamka-
pitän mit den anderen Menschen dort etwas
zu besprechen. Über mich? Mir war es ei-
gentlich egal, ich wollte nur noch weitere
Dummys.
Endlich gingen wir weiter zu einer ande-
ren Gruppe, die am Waldesrand wartete.
Ich fand dort etwas Ruhe, doch die Dummys
flogen noch immer durch meinen Kopf. End-
lich gingen wieder wir beide in denWald und
es folgte ein Schuss mit Dummy, umdrehen,
„Mak, Mak, Mak“ und wieder ein Dummy. Bei-
de Dummys fand ich sofort und brachte auch
beide auf direkten Weg zurück. Weiter ging´s
– diesmal ohne zu quatschen – und wir freu-
ten uns sehr, das hat ihm wohl gefallen.
Wir gingen über Wiesen und durch Wälder
zur nächsten Übung.
Angekommen, gleich
wieder aufgestellt, plötzlich in weiterer Ent-
fernung ein Schuss mit Dummy. Für mich
jetzt schon eine einfache Übung: Raus, auf-
nehmen und retour. Gleich nochmal aufstel-
len, es folgte ein Schuss – es flog aber kein
Dummy! Jetzt hieß es, genau auf den Teamka-
pitän zu horchen bzw. zu folgen. Schon kam
das Signal in die Richtung seiner Hand zu lau-
fen. Na gut, los geht’s! Mir kamen die Bilder
wieder, da war ich doch schon vorher und
schon folgte auch der Suchpfiff. Jaaaa, da
liegt das Dummy schon! Aufnehmen und di-
rekt zurück – erledigt! Und wir gingen wieder.
Auf einmal war mein Teamkapitän voll-
kommen aus dem Häuschen vor Freude –
da war ich natürlich gleich mit dabei,
aber
noch mehr Dummys hätten mir auch gefal-
len. Doch irgendwie war die Luft aus der Sa-
che und es beruhigte sich alles. Na gut, dann
gibt es nichts mehr und wir beide hatten so-
mit unseren 1. WT geschafft. Am Weg retour
zu meinem Rudel musste ich jedem von mei-
nem Erfolg erzählen. Einige waren noch im-
mer sehr angespannt und reagierten eher et-
was unfreundlich-Anfänger! Bei meinem Ru-
del angekommen, wurde ich von meinem
Frauchen freudig empfangen, bekamWasser
und eine Belohnung. Danach war ich froh, in
meiner Box Ruhe zu finden. Ich ließ die vielen
Dummys nochmals fliegen bis ich zufrieden
einschlief. Ich glaube auch mein Teamkapi-
tän (und Herrl) ist sehr stolz auf mich!
P.S.: Ja bin ich – Dein Herrl.
Fleißig bei der Auswertung
Unster Richterteam
RBP und GAP
Bei richtigem Herbstwetter starten unsere
beiden Prüfungstage.
Am 31.10. fand die
RBP 1-4 und am 01.11. die GAP 1-3 in unserem
herrlichen Außenrevier in Schwechat statt.
Das erste mal war Andrea Hirtzberger-Liehl
unsere Richterin. Liebe Andrea, es hat uns
sehr viel spaß gemacht und wir bedanken
uns für dein tolles Richten. Wir freuen uns
schon jetzt auf ein nächstes Mal.
An alle Prüflinge:
Ihr könnt mächtig stolz
auf eure Leistungen sein! Ohne Fleiß, kein
Preis – und das habt ihr alle perfekt gemeis-
tert. Manchmal kann so ein Prüfungstag für
ein Prüfungsteam auch nicht so gut ausge-
hen. Nicht verzagen und weiter trainieren, es
klappt beim nächsten Mal ganz bestimmt!
Die Landesgruppe möchte sich für eure
Disziplin, die tolle Stimmung und für euer
Antreten zur Prüfung recht herzlich be-
danken.
Ein großes Dankeschön an Rainhard
Jirkovsky, der uns das Außenrevier zur Verfü-
gung stellte.
Weiters möchte ich mich bei meinen Kolle-
gen für den reibungslosen Ablauf bedan-
ken.
Ein Team funktioniert nur, wenn es zu-
sammen spielt – und das haben wir bewiesen.
Sandra Gubesch
Glückliche Gesichter bei der Urkundenübergabe
Richterin Andrea Hirtzberger-Liehl
1...,48-49,50-51,52-53,54-55,56-57,58-59,60-61,62-63,64-65,66-67 70-71,72-73,74-75,76-77,78-79,80-81,82-83,84-85,86-87,88-89,...92
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